Beyond the News

A MitOst Blog


Leave a comment

Cycling in Moldova: a crazy idea or the only way to go?

The MitOst alumni project #BikesCrossBorders wants to foster cycling in Moldova. An article by initiator Julian Gröger about what it means to use a bike in Moldova.

When I was teaching at the ULIM University in Chisinau as a fellow of the Lectureship Programme of the Robert Bosch Stiftung (2007-2009), I used to come to work by bike. Many of my students were at least irritated, if not disappointed by this fact. They hoped that I would bring in modern elements from the promised West…and not cycling. In Moldova, cycling is still considered as something only poor village people use who cannot afford other means of transport. The bike arouses associations like dirty clothes, bad smell, alcohol, village road, mud and elderly people. In post-soviet societies, the bike, unfortunately, has an image problem: civilized people in modern towns and cities should at least go by trolley bus if not by car.
Continue reading

Advertisements


1 Comment

Moldotopia – ein Hoffnungsschimmer am Rande der EU?|Moldova

ein Artikel von Valeria Șvarț-Gröger und Julian Gröger, Erstveröffentlichung auf oya-online.de
Foto by activEco

Ernest Callenbach hat sich in den 70ern in seinem großartigen Zukunftsroman “Ökotopia” eine Gesellschaft vorgestellt, in der Resilienz und Gemeinschaft gelebt wird. Dem Zeitgeist entsprechend wählte Ernest Callenbach damals für seine Utopi den Nordwesten der USA.
Wo würde man heute solch einen Ort und Zukunftsversprechungen hinverlegen? Vielleicht könnte man sich so etwas in Buthan oder auch in Bolivien vorstellen – aber innerhalb Europas? In welcher Region, in welchem Land könnte man sich bis 2040 einen tiefgreifenden Wandel vorstellen? Für eine neue Utopie wären Resilienz und innerer Frieden nur zwei Stichworte. Auf welches Land würdest Du setzen?

Damit große Veränderungen schnell durchzusetzen sind, sollte es wohl besser ein kleines Land sein. Das Land sollte gute Böden haben und dazu viele Menschen die etwas von Landwirtschaft verstehen. Es sollte nicht so stark industrialisiert und weniger in globale Stoffströme eingebunden sein und trotzdem genug natürliche Ressourcen haben um sich energetisch selbst versorgen zu können. Vielleicht trifft das auf Österreich zu? Aber kann eine solche Utopie in der EU liegen? Und verbrauchen die Österreicher nicht allein in 2014 schon viel zu viele Ressourcen?

Wir setzen auf Moldova, oder unser Moldotopia, wie wir unsere Vision nennen. Moldova – oder auch Moldawien im Volksmund oder Republik Moldau im offiziellen Sprech – liegt zwischen Rumänien und der Ukraine am Rande der EU. Die Hauptstadt ist Chișinău (sprich: Kischinau) und im ganzen leben 3,5 Millionen Menschen. Dort leben auf etwa der gleichen Fläche wie Nordrhein-Westfalen nur 3,5 Millionen Menschen – also nur ein Fünftel der Menschen, verglichen mit der Bevölkerungsdichte Westdeutschlands.

Die Voraussetzungen für einen Weg in Richtung Moldtopia 2040 sind 2014 folgende:
Moldova hat sehr gute Böden. Zu Sowjetzeiten war Moldova mit Georgien der Obst- und Gemüsegarten der Sowjetunion. Leider sind dadurch auch nur noch 9% des Landes bewaldet. Die Menschen kommen mit weniger Energie und Konsum aus als wir Deutschen. Etwa 40% der Menschen sind in der Landwirtschaft tätig und viele von ihnen versorgen sich selbst. Moldova wurde zu Sowjetzeiten aus politischen Gründen mit großindustriellen Plänen verschont, denn man befürchtete in Moskau, dass sich der Landstrich irgendwann wieder Rumänien anschließen könnte. Diese geringe Industrialisierung wird bis heute allgemein als ein Nachteil für die wirtschaftliche Entwicklung Moldovas gesehen, in unseren Augen liegt genau hier das Potential. In Moldova sind wir im Moment noch abhängig von russischem Gas. Das Potenzial an Solar- und Reststoff-Biomasse ist aber enorm. Die Menschen sprechen mehrheitlich Russisch und Rumänisch. Sie sehen diese Bilingualität immer mehr als Vorteil, denn als Bürde. Sowohl die rumänische als auch die russisch-sowjetische Kultur ist mit all ihren Schätzen in Moldova verankert: literarisch, kulinarisch und sprachlich.

Was ist jetzt aber Moldotopia?
Was wollen wir in dieser Region bis 2040 verändern und erreichen? Moldotopia ernährt seine Bevölkerung von rein ökologisch erzeugten Lebensmittlen aus regionalem Anbau. Das Fahrrad ist das meistbenutzte Verkehrsmittel. In den Städten fahren einige Trolleybusse, über Land ist der Schienenverkehr elektrifiziert und gut ausgebaut. In den Städten gibt es überall kleine Nachbarschaftsgemeinschaften, die zusammen wohnen, arbeiten, essen und feiern. Viele Häuser sind aus regionalen Baustoffen. Für den Bau von Häusern aus Holz, Stroh und Lehm sind Moldauer global geschätzte Experten. 40% des Landes sind bewaldet und 10% Naturschutzräume ohne Eingriffe des Menschen. In der Landwirtschaft hat sich die Agrarforstwirtschaft durchgesetzt. Erosion gibt es nicht, und das ist Grundwasser ist trinkbar, die Gewässer sauber. Es herrscht das Gefühl der Fülle vor dem Gefühl der Knappheit. Kinder sind das höchste Gut auf das die ganze Gemeinschaft aufpasst. Dies sind nur einige Aspekte von Moldtopia.

Wir von der moldauischen NGO “EcoVisio” arbeiten gemeinsam mit jungen Menschen in Moldova an der Erfindung und Umsetzung dieser Vision – von Moldotopia. Natürlich haben die meisten jungen Menschen eine andere Idee von der Zukunft ihres Landes. Im politischen Streit geht es häufig um die Ausrichtung EU vs. Russland und ein Regionalstolz ist nicht sehr verbreitet. Man fühlt sich entweder Rumänien oder Russland verbunden und streitet sich um die Ausrichtung des Landes. Auch der Konflikt um Transnistrien stört die Konzentration auf die eigene Entwicklung.

Mit unserem Programm “activEco – Sustainability in action” bringen wir eine oft neue Komponente hinein: Was wäre, wenn meine Zukunft hier bei uns in Moldova liegt und nicht in Rom, Berlin oder Moskau? Was wäre, wenn unsere Region bald Vorbild für andere sein kann? Die Voraussetzungen sind da und es kommen in jedem Jahr etwa 30 Absolventen des Programms hinzu, die Multiplikatoren für Moldotopia werden. Wir sind im Jahr 2014 und die Kraft der Vision und die Energie junger Menschen kann uns schnell dem Moldtopia 2040 näher bringen. Vorfreude auf die Zukunft und eine Gemeinschaft, in der verrückte Ideen geäußert und verstanden werden – daran arbeiten wir. Noch hört man aus Moldova eher vom Transnistrienkonflikt oder vom “ärmsten Land Europas”. Seid gespannt, wenn Ihr in 20 Jahren Nachrichten aus Moldova hört…

Global 3000 – Das Globalisierungsmagazin ab Minute 17:07 über Moldova und den Anbau von Bio-Produkten und die Zukunft der Landwirtschaft. 

Support: Eco-House as Traningspace in Moldova
Become part of building an ecological training space in Moldova to promote education. The moldovian NGO asks you kindly to support and help them to build an Eco-training center in Eco-Village Moldova. In the future this will be the home for activEco, one cooperationprogramme of the Theodor-Heuss-Kolleg. “We are collecting funds on betterplace. We’d be very grateful if you could share this link in your networks or even participate in the fundraising campaign yourself. Any small donation or share will be greately appreciated!”
Share and donate here betterplace.org/training-space-in-the-eco-house.

What has been achieved so far?
In just over a year we managed to build a 3-room straw-bale workshop, start an eco-club at the local school, plant over 300 walnut trees and engage over 200 volunteers from Moldova and abroad. Multiple activEco networking meetings and alumni actions already took place at the Eco-village Moldova site as well.
What we need your support for?
This year we need just a little more help to finish the 3-room straw-bale “workshops” building and to equip it with basic amenitiesto be used for seminars and technical trainings for up to 25 people.
Support and read more on betterplace.org.


Leave a comment

Moldotopia – A Gleam of Hope at the EU’s edge? | Moldova

by Valeria Șvarț-Gröger and Julian Gröger, first published on oya-online.de. Translation into English by Martin Hofmann.

2014_impulse

In his magnificent science fiction novel “Ecotopia” Ernest Callenbach has imagined a society in which resilience and community are a lived reality. Of course in his time and circumstances he chose the North-West of the U.S. as a scene. Where would such a place with such a promising future be located today? Maybe Buthan or Bolivia – but within Europe? Where could one imagine a profound change until the year of 2040? Resilience and inner peace would be just two catchwords. Which country would you count on?

It would rather be a small country, so marvelous changes could quickly be set into practice. This country should have good soil and many people experienced in agriculture. It should not be too industrialized, and less embedded into global substance flow. And of course it should possess enough natural resources in order to sustain its energy. Maybe Austria? But is it possible to realize such a utopia within the EU? And is it not a fact that Austrians use up too many resources in 2014?

We count on Moldova, or Moldtopia as we call our vision. Moldova – the Republic of Moldova, to be exact – is situated between Romania and Ukraine, at the edges of the European Union and has around 3.5 million inhabitants. Its capital is Chișinău (to be pronounced as kee-shee-now). On an area slightly bigger than Belgium the population is a one-fifth of western-Germany. The preconditions for a development towards Moldtopia 2014 are as follows:

Moldova owns very good soil. In former times Moldova had been, together with Georgia, the fruit and vegetable garden of the Soviet Union. Unfortunately due to this fact just 9% of the country’s surface is still covered by forests. Moldovans are dwelling with a much smaller amount of energy and consumption than people in Western Europe. Around 40% are active in agriculture, many of them in a semi-subsistant way. For political reasons the Soviet Union did not initiate large scale industry in Moldova as there were concerns that the country could reunite with Romania. This low level of industrialisation is still considered a disadvantage in 2014, but from our point of view it will soon turn into benefit. In matters of energy the country is still dependent on Russian gas, but the potential for solar and residue-biomass energy is tremendous. Most Moldovans are bilingual (Russian-Romanian) and more and more learn to see it as an advantage rather than as a burden. Romanian and Russian-Soviet culture with all their treasures are deep-seated in the cultures literature, cuisine or language.

But what exactly is Moldotopia and what do we want to achieve on this piece of land until the year of 2040? Moldtopia nourishes its population with ecological and regional cropping. The bicycle is the one means of transportation used most often. Within the cities some trolley coaches are going, for longer distances the railway transportation is electrified and well developed. Small neighborhood communities are living, working, eating and celebrating together in the cities. The majority of the buildings is erected with regional building materials. Moldovans are own a world-wide recognition for wood-straw-clay constructions. 40% of the country’s surface is again covered with forests. 10% are areas saved from human intervention. Agroforestry has become the established form of agriculture. There is no erosion of the soil and water from every source can be drunk. There is a feeling of abundance rather than one of deficit. Children are the most valued aspects of live and the whole community is taking care of them. Those are just some aspects of Moldtopia.

We, the Moldovan NGO EcoVisio, together with young people are working on the invention and realization of the Moldotopia-vision. Young people, of course, mostly have another idea of their country’s future. Political debates often focus on the strategic orientation towards either Russia or the European Union, whereas a form of regional pride is not very common. People have an emotional connection towards Romania or towards Russia on are arguing about this bias. The conflict on Transnistria interferes with the concentration on the own development, too.

Our programme “activeEco – Sustainibility in Action” adds new elements into this situation: What, if my future would take place here in Moldova and not on Rome, Berlin or Moscow? What, if our region could be a model for others? The requirements do exist and each year around 30 alumni of the programme come along, being able to spread the word about Moldotopia. We are in the year of 2014 and the power of the vision along with the energy of young people can lead us faster and faster to Moldotopia 2040. The joy of anticipating the future and a community in which big madcap ideas can be said and will be understood – that is, what we are working on. For the moment you still here rather of the conflict on Transnistria or the “Europe’s poorhouse”. Be curious what kind of news you will hear about Moldova twenty years from now…

Support: Eco-House as Traningspace in Moldova
Become part of building an ecological training space in Moldova to promote education. The moldovian NGO asks you kindly to support and help them to build an Eco-training center in Eco-Village Moldova. In the future this will be the home for activEco, one cooperationprogramme of the Theodor-Heuss-Kolleg. “We are collecting funds on betterplace. We’d be very grateful if you could share this link in your networks or even participate in the fundraising campaign yourself. Any small donation or share will be greately appreciated!”
Share and donate here betterplace.org/training-space-in-the-eco-house.

What has been achieved so far?
In just over a year we managed to build a 3-room straw-bale workshop, start an eco-club at the local school, plant over 300 walnut trees and engage over 200 volunteers from Moldova and abroad. Multiple activEco networking meetings and alumni actions already took place at the Eco-village Moldova site as well.
What we need your support for?
This year we need just a little more help to finish the 3-room straw-bale “workshops” building and to equip it with basic amenitiesto be used for seminars and technical trainings for up to 25 people.
Support and read more on betterplace.org.